Der Verein betreibt seit seiner Gründung im Jahr 1976 aktiven Vogelschutz

und betreut inzwischen über 100 Nistgelegenheiten für Höhlenbrüter im Elfas,

am Gropenberg und an der Bever.

 

Die jährlichen Reinigungsaktionen werden seit einigen Jahren

in Zusammenarbeit mit der Paul-Gerhardt-Schule Dassel durchgeführt

 

 

 

 

Unterstützung der Paul-Gerhardt-Schule Dassel

beim Bau des Tierhotels durch den AZ-Naturschutzpreis der

Vereinigung für Artenschutz, Vogelhaltung und Vogelzucht (AZ) e.V.

 

http://www.pgs-dassel.de/90.0.html?&0=

AZ – Naturschutzpreis 2005 

 

O.Hettling AZ 14331

 

Ein bestehender nicht mehr genutzter Trafoturm auf dem Gelände der

Paul – Gerhardt – Schule in Dassel wurde zu einem „Tierhotel“ umgebaut.

 

Die Idee, den Trafoturm sinnvoll im Rahmen des Umweltschutzes zu nutzen, bestand schon lange. Gemeinsam mit der AZ – Ortsgruppe Dassel wurde das Projekt vorbereitet, doch es fehlten finanzielle Mittel, um es umsetzten zu können. Mit dem AZ – Naturschutzpreis wurde eine weitere Finanzierung erhalten, so dass in den Sommerferien mit den Arbeiten begonnen werden konnte.

 

Zunächst wurde um den Turm ein Gerüst gebaut, denn bei einer Gesamthöhe von 8,14 m wackeln so manch einem die Knie. Der alte Wandbehang wurde danach von einer Firma abgenommen und entsorgt.

 

15 Schüler und Schülerinnen der neunten Klassen, die das Projekt zur Ausbildung zum Jugendnaturschutzberater in Zusammenarbeit mit dem NABU gewählt haben und 6 ehemalige Jugendnaturschutzberater der elften Klassen, haben seit Ende der Sommerferien bis zu den Herbstferien Dienstags und Mittwochs je 2 Stunden am Umbau unter Anleitung der Hausmeister mitgearbeitet. Es wurden ca. 300 unbehandelte Lärchenbretter, ca.2500 Schrauben und jede Menge Muskelkraft benötigt, um den alten Wandbehang zu ersetzen.

 

Im oberen Bereich zur Ost- und Südseite unterhalb des Daches wurden Nisthilfen für Mauersegler, die bereits auf dem Schulgelände brüten, zusätzlich angebracht.

Für Turmfalken oder Schleiereulen ist ebenfalls ein Nistkasten mit Einflugloch zum Inneren des Turmes angebracht worden. Sperlingskoloniehäuser hängen auf halber Turmhöhe.

 

Fledermaussommerquartiere ergeben sich durch Einflugmöglichkeiten im neuen Wandbehang. Aber auch diese Säugetiere können durch die alten Löcher der Isolatoren ins Turminnere gelangen.

 

Doch der Turm ist nicht nur für Flugtiere, sondern auch im unteren Bereich für kleinere, wildlebende Tiere wie z.B. Igel und andere Kleinsäuger gedacht. Außerdem ist noch eine Behausung für Hornissen angebracht worden.

Damit die vielen Tiere nun auch wissen, wem sie ihre neue Herberge zu verdanken haben, hat eine Schülerin in liebevoller Handarbeit das Schullogo an die Trafohaustür gemalt. Ein besonders lobenswerter Einsatz, da hierfür sogar unentgeltlich ein Ferientag geopfert wurde.

 

 

Für das nächste Schuljahr soll eine Insektenwand neben dem Trafoturm aufgebaut werden. Die Anpflanzung von Insektennährgehölzen und Vogelnährgehölzen, wie Sommerflieder oder Phlox und Eberesche oder Schneeball, runden das Projekt ab. Natürlich darf eine Infowand die alle Fragen zum Turm, beantwortet nicht fehlen, diese soll in die Insektenwand integriert werden.

 

Das Ziel von Umweltbildung und Umwelterziehung an der Paul – Gerhardt – Schule ist das Bemühen, Bausteine zur Umsetzung der Agenda 21 im schulischen Bereich zu installieren. Dazu zählt auch der Bereich Erhaltung der biologischen Artenvielfalt und –erweiterung, sowie der Bereich Wissenschaft und Information, insbesondere der Schwerpunkt Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Instituten.

Bei der Verwirklichung der Umweltbildung ist die Paul – Gerhardt – Schule intensiv bemüht, die organisatorischen Rahmenbedingungen kontinuierlich zu verbessern und mehr Freiraum zur Verfügung zu stellen, fächerübergreifend zu arbeiten und außerhalb des Stundenplans Arbeitsplattformen für Schüler/Innen und Lehrer/Innen zu entwickeln.

Der Trafoturm soll an die Vielzahl der im Rahmen der Umweltbildung durchgeführten Projekte anschließen und im Rahmen des Unterrichtes und verschiedener Arbeitsgruppen genutzt werden. Daher wird diese Aktion eines der Projekte sein, die bei der Wahl zur „Umweltschule in Europa 2006“ vorgestellt werden.

Abschließend soll das Projekt wegen des Pilotcharakters der breiten Öffentlichkeit nahe gebracht werden.

 

So wurde das neuentstandene „Tierhotel“ mit einer zünftigen Grillfete und allen Beteiligten eingeweiht.

Es fehlen nur noch die Bewohner, die mit großer Spannung zum nächsten Frühjahr erwartet werden.

 

Die Paul – Gerhardt – Schule möchte sich beim AZ – Vorstand und der AZ – Ortsgruppe Dassel, die in diesen Tagen ihr 30jähriges Bestehen mit einer großen Vogelschau feiert, für die schnelle und unbürokratische Unterstützung bedanken. Aber auch bei jedem einzelnen AZ -  Mitglied, denn nur der Jahresbeitrag macht eine solche Aktion möglich.

 

Weitere Informationen über die Schule und das eigenständige Internat unter: www.pgs-dassel.de und www.evangelisches-internat.de

2012: Eichholzsänger spenden Nistkästen

 

Mehrere Nistkästen für Singvogelarten in unterschiedlichen Ausführungen spendete der Vogelschutz- und Zuchtverein Eichholzsänger Lüthorst e.V. der Paul-Gerhardt-Schule in Dassel.

Werner Kreikenbaum und Joachim Henze übergaben den angehenden Jugend-naturschutzberatern als Dank für die seit einigen Jahren durchgeführten Nistkasten-reinigungsaktionen im Elfas die neuen Vogelherbergen.

Das Unterrichtsprojekt wird in den 8. Klassen mit PGS-Lehrerin Dagmar Schmidt angeboten und in Kooperation mit den Lüthorstern Vogelfreunden durchgeführt.

Der Vogelschutz ist ein Beitrag zur Artenvielfalt und das Arrangement stärkt den Charakter der Schule als Umweltschule in Europa.

Schulleiter Gerhard Wittkugel bedankte sich bei den Schülern für ihren aktiven Vogelschutz und beim Vereinsvorstand für deren Spende. 

Anschließend machten sich die Vogelschützer bei eisigen Minustemperaturen an die Arbeit und verteilten die Nistgelegenheiten in den Bäumen auf dem Schulgelände.

Die Besonderheiten der einzelnen Exemplare, sowie deren Nutznießer wurden von Olaf Hettling erläutert. Gerade bei den winterlichen Temperaturen ist es wichtig den wildlebenden Vögeln mit den Nistkästen auch schützende Übernachtungsmöglichkeiten zu bieten.

Nistkastenaktion 2013

Durch Spenden konnten für ca. 500 Euro 25 neue Nistkästen beschafft werden.

Am Sonntag, den 17. März wurden die Nistgelegenheiten im Elfas am Moosbergbach aufgehängt.

Gleichzeitig wurden die bereits seit vielen Jahren betreuten Kästen gereinigt.

Wie schon in den Vorjahren hatte eine Projektgruppe von Schülern der Paul-Gerhardt-Schule aus Dassel schon über 30 Kästen gereinigt.

Inzwischen werden vom Verein mit Unterstützung der Schüler über 100 Nistgelegenheiten betreut.

 

Nistkastenaktion 2014

Wie schon seit einigen Jahren beteiligen sich die Schüler der Paul-Gerhardt-Schule

an den Reinigungsaktionen.

Die angehenden Naturschutzberater übernahmen auch in diesem Jahr wieder die Kästen die am Bibelweg beginnend am Haus Wildwiese aufgehängt sind.

Leider mussten im letzten Jahr aufgrund von Holzeinschlag kurzfristig einige Kästen abgenommen werden, die inzwischen aber wieder angebracht wurden.

Am Samstag, den 9. März waren Mitglieder des Vogelzucht- und  Schutzvereins Eichholzsänger Lüthorst unterwegs um die weiteren Kästen zu kontrollieren und

zu reinigen.

Wie auch in den vergangenen Jahren waren die Nistgelegenheiten auch im Jahr 2013 wieder sehr gut belegt.

Während des Rundgangs konnte im Feuchtgebiet oberhalb der Teiche

am Haus Wildwiese eine Waldschnepfe beobachtet werden, ein Erlebnis

für die Teilnehmer der Nistkastenaktion, bisher hatte noch keiner eine

Waldschnepfe hier beobachten können.

Die Waldschnepfe ist eine Zugvogelart, die im Herbst und Winter in den Mittelmeerraum oder nach Westeuropa zieht. Sie wird auf der Roten Liste

der gefährdeten Brutvogelarten mit dem Hinweis „V“= Vorwarnstufe geführt.

 

Nistkastenreinigung 2015


Am Samstag, den 14. März waren Mitglieder des Vogelzucht- und  Schutzvereins Eichholzsänger Lüthorst unterwegs um die restlichen Nistkästen zu kontrollieren und zu reinigen.

Einen Teil der Nistgelegenheiten hatten Schüler der Paul-Gerhard-Schule,

die sich seit einigen Jahren an den Aktionen beteiligen, schon gereinigt.

Wie auch in den vergangenen Jahren waren die Nistgelegenheiten auch im Jahr 2014 wieder sehr gut belegt.

Auf dem Foto ist ein Nistkasten zu sehen, in dem  im letzten Jahr mehrere Bruten

durchgeführt wurden. Einige Kästen waren 2014 von Hornissen bewohnt.


 

Nistkastenreinigung 2017 mit interessanten Erkenntnissen ....

 

 

Die Mitglieder Vereins betreuen seit 40 Jahren über 100 Nistgelegenheiten für Höhlenbrüter rund um Lüthorst im Elfas und im Bevergebiet. Die Nistkästen werden jeweils Anfang des Jahres, normalerweise im März, gereinigt.

 

Da im Elfas Holzfällarbeiten anstanden, mussten einige Kästen umgehängt werden. Deshalb wurden die Kästen

im Elfas um den Bibelweg schon Mitte Februar gereinigt und auf die Bruten im Frühling und Sommer vorbereitet.

 

Dabei wurden interessante Erkenntnisse gewonnen. Nur knapp über die Hälfte der Nistgelegenheiten wurden im letzten Jahr von den Vögeln angenommen und in nur ganz wenigen Kästen waren 2 Bruten durchgeführt worden. In den vergangenen Jahren war das ganz anders, denn es wurden regelmäßig um die 90 Prozent der Kästen von den Vögeln akzeptiert und die meisten wurden auch für mehrere Bruten genutzt.

 

Das unterstreicht Beobachtungen in der Öffentlichkeit, die in diesem Winter auffallend wenige Vögel an den Futterstellen in unseren Gärten gesehen hat.

 

Auch die Zählaktion „Stunde der Wintervögel“ des Nabu bestätigt diesen Trend.

 

Ursachen für diesen Rückgang sind nicht so leicht zu finden, aber unabhängig davon klagten auch viele Vogelzüchter über schlechtere Zuchtergebnisse als in den Jahren zuvor. Alle hoffen, dass es in den nächsten Jahren wieder besser wird.

 

 

Nistkastenreinigung 2018

Bericht für die Einbecker Morgenpost:

 

Vor über 40 Jahren wurden die ersten Nistgelegenheiten für Höhlenbrüter im Elfas am heutigen Bibelweg von den Mitgliedern des Vogelzucht- und Schutzvereins Eichholzsänger Lüthorst aufgehängt.

Durch die Fördergelder von Bingo-Lotto im Jahr 2000

und Spenden der Volksbank konnten im Laufe der Jahre immer wieder neue Nistkästen beschafft werden.

Inzwischen betreuen die Mitglieder des Vereins über 100  Nistgelegenheiten für Höhlenbrüter rund um Lüthorst im Elfas und im Bevergebiet.

Leider gehen im Laufe der Jahre auch immer mal wieder Kästen verloren, die dann wieder ersetzt werden müssen.

An mehreren Tagen im März waren die Eichholzsänger unterwegs um die Kästen zu reinigen und auf die Bruten in diesem Jahr vorzubereiten.

Aufgrund der lang anhaltenden Kälte war man in diesem Jahr etwas später dran, um Siebenschläfer und Haselmäuse, die zum Teil in den Kästen überwintern, nicht zu früh zu vertreiben.

Im Gegensatz zur Reinigungsaktion im Vorjahr, als mehr als 50 Prozent der Kästen  leer waren, konnte man diesmal wieder eine Belegung von mehr als 90 Prozent feststellen. Warum es im Jahr 2016 so wenige Bruten in den Nistkästen gegeben hat, und im Jahr 2017 wieder mehr, dafür gibt es keine schlüssige Erklärung.

Glücklicherweise scheint es bei den Meisen kein genereller Trend nach unten zu sein, wie er bei etlichen Vogelarten in den letzten Jahren zu verzeichnen ist.

Leider sind die Rückgänge auch darauf zurückzuführen, daß die Vögel in der Natur nicht mehr das Umfeld vorfinden, das sie brauchen.

Insekten, die für die Aufzucht der Jungvögel benötigt werden, gehen immer mehr verloren.

Es gibt vielfältige Gründe dafür, jeder sollte mal darüber nachdenken.

Alarmierend ist, daß fast jeder Autofahrer in den letzten Jahren im Sommer immer weniger Insekten auf der Frontscheibe und am Kühlergrill des Fahrzeugs feststellen kann, leider.

Die Eichholzsänger möchten die Haus- und Gartenbesitzer dazu motivieren, Nistgelegenheiten für die Vögel zu schaffen, in dem sie Nistkästen aufhängen, und in den Gärten einheimische Sträucher anpflanzen und auch stehen lassen.

Auch sogenannte Unkräuter in den Gärten sind Nahrung für Insekten, und die wiederum für die Vögel.

 

Olaf Hettling (AZN14331) ist aktiver Naturscout bei der GFN und hatte einen Antrag für den AZ-Naturschutzpreis eingereicht.

2009 wurde der GFN der AZ-Naturschutzpreis zuerkannt.

Ein Reisebericht, nein vor der Haustür !

 

O. Hettling (14331)

 

Animiert von den vielen ornithologischen Reiseberichten ferner Länder in den AZN möchte ich heute über ein besonderes Wasservogelreservat in Deutschland berichten:

Das Naturschutzgebiet „PolderI im Hochwasserrückhaltebecken Salzderhelden“. Es hat eine Größe von rund 500 ha und liegt in der Leineniederung zwischen Northeim und Einbeck. Daran grenzen zwei weitere bedeutende Naturschutzgebiete „ Leineniederung Salzderhelden“ und „Wasservogelreservat Northeimer Seenplatte“. Das Areal gehört zum größten zusammenhängenden Wiesen- und Feuchtwiesenkomplex im südlichen Niedersachsen. Seit dem 15.09.09 ist es als EU-Vogelschutzgebiet (V08) ausgewiesen.

Übersichtskarte über die Leineniederung nördlich vom Northeim. 1 = Polder I des Hochwasserrückhaltebeckens; 2 = Polder II ; 3 = Geschiebesperre Hollenstedt; 4 = Northeimer Kiesteiche. P = Parkgelegenheiten; Rote Dreiecke kennzeichnen gute Beobachtungsmöglichkeiten und Beobachtungsplattformen. Die dick gestrichelte Linie markiert den Schutzdeich des Polders I - innerhalb des Deiches gilt ein Betretungsverbot! Der Bahnhof Salzderhelden befindet sich an der Parkplatzmarkierung in Salzderhelden.

 

In den vergangenen Jahrzehnten hat ein intensiver Hochwasserschutz mit zahlreichen Entwässerungsmaßnahmen generell zu einer Verarmung von natürlichen Feuchtgebieten geführt, so dass diese heutzutage zu den seltensten Lebensräumen gehören. Bei dem weitläufigen, durch die Gewässerdynamik der Leine geprägten Naturschutzgebiet handelt es sich um einen Landschaftsraum, der besonders für die Vogelwelt hervorragende Lebensbedingungen bietet. Die günstige geographische Lage übt eine Trichterfunktion für Zugvögel am Rande der Mittelgebirgsschwelle aus und eröffnet ihnen eine optimale Rastmöglichkeit.

Das Gebiet wird regelmäßig durch Hochwässer überflutet und stellt somit ein Überschwemmungsgebiet dar. Vergleichbar mit natürlichen Flusssystemen können infolge der Frühjahrshochwässer- je nach Zeitpunkt und Dimension- im ungünstigen Fall bei bereits laufendem Brutgeschäft der Wiesenbrüter und sonstigen bodenbrütenden Vogelarten die Nester samt Inhalt weggerissen und zerstört werden. Dieser Vorgang ist jedoch natürlicher Bestandteil innerhalb des Naturhaushaltes, den die Arten durch Nachgelege zu kompensieren wissen.

Kennzeichen für das Gebiet sind mehrere Kernbereiche. Grünland und Röhrichte, die jährlich mehrfach überschwemmt werden, bieten den Vögeln ein ganzjähriges Nahrungsangebot. Gleiches gilt für die künstlich entstandenen Stillgewässer mit flachen und tieferen Wasser, sowie Schilfflächen, die auch als Brutgebiet genutzt werden. Ein besonderes Reservat bildet die Geschiebesperre mit offenen, tiefen Wasserflächen und ausgedehnten Schlamm- und Kiesbänken, sowie flach überstauten Bereichen und auewaldähnlichen Elementen. Bei extremen Kältelagen in Niedersachsen stellt dieser Bereich eine Besonderheit dar: Durch die Tiefe des Gewässers und den Durchfluss der Leine friert die Geschiebesperre nicht zu. Das führt dazu, dass sie für alle südniedersächsischen gefiederten Wintergäste das einzige Rückzugsgebiet ist. Hohe Individuenzahlen von Gewässervögeln, die sich bei Eisfreiheit auf nahe gelegenen Seen befinden, können nach dessen Vereisen auf der Geschiebesperre beobachtet werden.

Das durch Hochwässer regelmäßig überflutete Gebiet ist traditioneller Brut-, Rast-, Überwinterungs- und Nahrungsplatz für zahlreiche Vogelarten. Hervorzuheben ist vor allem die Bedeutung dieses Lebensraumes für das Überleben bestandsgefährdeter und vom Aussterben bedrohter, seltener Vogelarten, die eines besonderen Schutzes bedürfen. Die Grünlandparzellen beherbergen die vermutlich größte niedersächsiche Population des Wachtelkönigs, weitere besonders zu schützende Brutvögel sind das Tüpfelsumpfhuhn, Knäk- und Schnatterente. Kraniche nutzen das Gebiet regelmäßig in großen Trupps zur Rast, auch Trauerseeschwalben und Kampfläufer können sich einfinden.

Singschwäne gehören zu den regelmäßigen Überwinterern.

 

Zahlreiche Graugänse besuchen den Leinepolder, zu denen sich regelmäßig Saat-und Blässgänse, seltener auch Kurzschnabelgänse gesellen.

Es wurden insgesamt ca. 300 Vogelarten nachgewiesen, von denen 118 Arten auf der „Roten Liste“ der gefährdeten Vogelarten in Niedersachsen und der Bundesrepublik geführt werden. Etwa 100 Arten waren in den letzten Jahren als Brutvögel auf das Gebiet angewiesen. Für ungefähr 210 Arten ist es zu den Zugzeiten als Rastplatz oder Winterquartier wichtig.  

Es gibt im norddeutschen Binnenland kaum vergleichbare Naturräume, in denen so viele verschiedene Arten festgestellt worden sind und deren ganzjährige Bedeutung derart wichtig ist, was in ornithologischen Gutachten eindrucksvoll bestätigt wurde.

Einblick vom Aussichtturm bei Immensen

 

Die Gesellschaft für Naturland Einbeck und Umgebung e.V. hat sich, neben Landschaft-und Naturschutz, zur Aufgabe gemacht das hiesige Gebiet durch so genannte Naturscouts einer breiten Öffentlichkeit nahe zu bringen.

Den Grundbaustein hierzu bildet eine umfangreiche Ausbildung, die aber nicht ohne zusätzliche intensive Übungen in Eigeninitiative mit entsprechender Motivation zu erreichen ist. In diesem Rahmen wird den Naturscouts auf höchst kompetenter Weise durch Exkursionen mit anschließender theoretischer Nachbereitung Wissen vermittelt. Anhand von Bestimmungsübungen, aber auch naturschutzrelevanten Fragen wird hier ein wesentlicher Schwerpunkt gelegt. Darüber hinaus bestehen diese Trainingsveranstaltungen darin, Kenntnisse der Vogelbiologie zu vermitteln, durch die eine ornithologische Führung erst interessant wird. Zusätzlich werden den Teilnehmern Grundkenntnisse der Umweltpädagogik vermittelt. Die biologischen Besonderheiten konzentrieren sich zunächst auf charakteristische und besonders interessante Arten des Lebensraumes . Anschließend sollen die Naturscouts als Multiplikatoren wirken und die Akzeptanz sowie das Wissen der Tier- und Pflanzenwelt weitergeben.

Die Scouts sind in der Lage, Naturinteressierte selbständig und fundiert durch die Landschaft zu führen, die Besonderheiten und die wunderbare Vogelwelt zu zeigen sowie die Zusammenhänge zu erklären. Ein Ziel ist es den Leuten deutlich zu machen, was sie für eine einmalige Landschaft direkt vor der Haustür haben. Nicht nur den Menschen vor Ort, sondern auch den Einbecker Touristen, wird angeboten neben Bier und historischer Fachwerkstadt, nach draußen in die Natur zu gehen und diese wahrzunehmen.

Ein „Kleinod“ für jeden und der ideale Ort, um Schülern, Vereinen und anderen Gruppen die Vogel-, Tier- und Pflanzenwelt nahe zu bringen.

Naturscouts-Ausbildung an der Geschiebesperre

 

Ohne diese freiwillige Arbeit der Naturscouts wäre ein solches Vorhaben nicht möglich. Die Scouts machen ihre Arbeit absolut ehrenamtlich. Teilweise übernehmen sie sogar Landschaftspflegearbeiten, um Aussichtspunkte von Büschen und Bäumen frei zu halten. Das alles passiert aus eigener Initiative und aus eigenen Mitteln. Den Menschen zu zeigen wie wunderschön wir es in dieser Welt haben, ist eine vorbildliche Naturschutzarbeit, die es heißt auch auf nachfolgende Generationen zu übertragen.

 

Deshalb schlage ich vor, dieses einmalige Engagement mit dem AZ-Naturschutzpreis würdig anzuerkennen.

 

Interessierte Gruppen können sich zu Führungen rund um den Leinepolder bei Thomas Spieker unter Tel: 05561/94978125 (Büro) 05561/7939459 (abends) oder th.spieker@arcor.de anmelden.